„Ursprung des Corona-Ausbruchs bei Tönnies scheint Gottesdienst gewesen zu sein"

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Der Corona-Ausbruch bei der Firma Tönnies steht offenbar in Zusammenhang mit einem Gottesdienst. Das berichtete Staatssekretär Edmund Heller am Donnerstag, 25. Juni 2020, in einer Sondersitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales im Landtag, die die SPD-Fraktion aufgrund der dramatisch steigenden Fallzahlen von Covid-19-Infektionen im Kreis Gütersloh und im Kreis Warendorf beantragt hatte.

„Staatssekretär Edmund Heller hat in der heutigen Sondersitzung eingeräumt, dass der Corona-Ausbruch bei Tönnies im Zusammenhang mit einem Gottesdienst zu stehen scheint. Über die Möglichkeit hatten zuvor bereits Medien berichtet. Demnach könnte ein Gottesdienst am 17. Mai 2020 eine der Ursachen für die Verbreitung des Virus gewesen sein“, berichtet der SPD-Landtagsabgeordnete Jürgen Berghahn.

Damit falle die Behauptung von Ministerpräsident Laschet, der einen Wochenendaufenthalt rumänischer und bulgarischer Beschäftigter in ihrer Heimat für den Ausbruch verantwortlich gemacht hatte, wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Er sollte jetzt schnellstmöglich Abstand davon nehmen.

„Landesgesundheits- und Arbeitsminister Karl-Josef Laumann konnte heute indes nicht aufklären, wie es zu den massiven Ausbreitungen des Virus in dem Schlachtbetrieb von Tönnies kommen konnte. Es ist bis heute vollkommen unklar, wie Landesregierung und kommunale Behörden im Bereich des Arbeitsschutzes zusammenarbeiten“, ärgert sich Berghahn. Schon wieder verstecke sich der Minister hinter Zuständigkeiten und schiebe die Verantwortung auf die Kommunen ab.

Das Verfahren der bisherigen Testungen von Beschäftigten in der Fleischindustrie und die Rolle der Firma Tönnies dabei blieben weiter im Unklaren. „Herr Laumann hat darüber offenbar keinen Überblick. Er hat die Anordnung zu den Tests der Beschäftigten rausgegeben. Dann ist es auch seine Verantwortung, Sorge dafür zu tragen, dass sie ordnungsgemäß stattfinden“, sagt Berghahn.

Die Sondersitzung des Ausschusses habe darüber hinaus gezeigt, dass das ,Krisenmanagement‘ der Landesregierung im Kreis Gütersloh schlichtweg nicht funktioniere und Maßnahmen viel zu spät eingeleitet worden seien. „Für uns ist ganz klar, dass der Arbeitsschutz dringend durch das Land personell aufgestockt werden muss. Außerdem müssen die Strukturen dringend reformiert werden. Dazu gehört, dass das Ankommen zwischen Werkstor und Arbeitsstelle schneller erfolgt“, erklärt Berghahn.

Auch die Arbeit der Polizeikräfte, die jetzt im Corona-Einsatz aktiv sind, müsse besser unterstützt werden. „Derzeit erreichen uns Klagen über einen unzureichenden Datenaustausch zwischen den örtlichen Behörden und der Polizei. In Niedersachen wird das bereits erfolgreich praktiziert“, sagt Berghahn. Die Sitzung hat zudem gezeigt, dass die Landesregierung nicht in der Lage ist, eine über alle Ebenen abgestimmte Politik zur Eindämmung der Pandemie zu machen.

„Der Minister hat kein eigenes Konzept und wirkt plan- und ratlos. Es fehlt an Dolmetschern und an Hygienekonzepten. Der Gesundheitsschutz der Beschäftigten während ihrer Arbeit und in ihren Wohnungen muss garantiert werden. Die Landesregierung lässt die Menschen im Kreis Gütersloh und Kreis Warendorf im Stich und kann ihnen nicht sagen, wie es weitergeht“, ärgert sich Berghahn.

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